Vom Klang zur Farbe Stark farbig und mit gestischer Pinselführung füllt die in Bregenz lebende Künstlerin
Bildformate. Wo die Musik weitergeht, bleibt ihr die Wiedergabe des Moments, die Herstellung einer Stimmung. Südkurier
In den Werken von Marie Luise Fuchs verschmelzen Musik und Malerei. Die Künstlerin hat die Musik neu entdeckt
und in eigener Orginalität auf Leinwand gebracht Il Tempo Palermo
Johannes Schaaf:
...... Das wirkt, als entstünde ein "Bild in Musik". In diesem Punkt vereinen sich
die ästhetischen Maxime von Musik und Malerei. Hierin drückt sich etwas aus, das mich auch an den "Musik-Bildern" von Marie Luise Fuchs
fasziniert. Es sind Bilder, entstanden aus Musik, beeinflußt durch Musik, hinführend zur Musik, doch dabei in einem ganz tiefen Grunde
eigenständig, keiner Führung bedürftig. Sie können nicht nur, sondern müssen ohne einen Bezug zur Musik betrachtet
werden. Sie lassen sich erleben als ein großes Abenteuer, als ein Betreten von Räumen unendlicher Tiefe. Kehrt man aus ihnen zurück
- bestürzt, verändert, betroffen, konfrontiert mit den Verzweiflungen und Abgründen der eigenen Seele -, ist man, denke ich,
eingeladen, den Gang noch einmal zu wagen und die Reise auf s Neue zu beginnen, diese Mal jedoch mit dem Begleiter "aus" Musik, uns vermittelt
von der malenden "Autorin". Erst danach sind wir imstande, in unserer Phnatasie zu vollenden, was beide - Maler und Musiker - uns als Spannungsfeld
vorgestellt und als Aufriß eines Bezugssystems entworfen haben. Das, denke ich, ist die große Herausforderung, die Marie Luise Fuchs
an uns stellt: indem sie uns zwingt, die Grenzen einer Kunstgattung für uns selber zu sprengen, in der aktiven Beschäftigung mit der
Materie, die ihre schöpferische Phantasie uns in diesen Bildern vorlegt.
Stuttgart, 5.2.1995
---> zum vollständigen Aufsatz von Johannes Schaaf <---